Laufen lernen auf High Heels

Tipps, um die Belastung der Füße zu reduzieren

Grundsätzlich ist das Tragen von High Heels Hochleistungssport für die Füße und eine häufig gestellt Frage ist: "Kann man in High Heels ohne Schmerzen laufen?". Meine Antwort darauf lautet: Das kommt drauf an - auf die Form des High Heels (Pump, Sandale, etc.), auf seine Verarbeitung und wie lange man darin läuft (Tragedauer). Manche High Heels sind sehr bequem und können meiner Erfahrung nach auch sehr lange ohne Schmerzen getragen werden, während andere High Heels eher unbequemer sind (wenn man sie länger tragen möchte). Auf dieser Seite möchte ich auf die Gründe eingehen, warum dies so ist, wie man die Belastung für die Füße reduzieren und auch unbequeme High Heels bequemer machen kann. Auf der nächsten Seite (Schuh-Empfehlungen) stelle ich auch ein paar von meinen eigenen High Heels vor (inklusive einer Bewertung nach Bequemlichkeit).

Hoher Absatz + kleine Flächen, die den Fuß stützen = Unbequem

Um zu verstehen, warum bestimmte High Heels aus Prinzip bequemer sind als andere, ist es hilfreich kurz einen Ausflug in die Physik zu machen:

Physikalisch gesehen bedeutet Druck = Kraft pro Fläche. Je kleiner die Fläche ist, umso stärker ist also der Druck bei gleichbleibender Kraft. Wenn man z.B. barfuß steht, wird das Körpergewicht gleichmäßig auf den gesamten Fuß verteilt (große Fläche), stellt man sich aber auf die Zehenspitzen, konzentriert man das eigene Gewicht auf den vorderen Teil des Fußes (kleine Fläche) und dadurch steigt der Druck auf den vorderen Teil des Fußes.

Was heißt das nun für das Tragen von High Heels? Einerseits heißt das: Je höher der Absatz ist, umso stärker ist der Druck auf den vorderen Teil des Fußes. Außerdem: Je kleiner die Fläche ist, die den Fuß im Schuh stützt, umso höher ist der Druck auf die wenigen Bereiche des Schuhes, die den Fuß stützen und umso unbequemer wird das Tragen des High Heels.

Schön, aber unbequem: Der spitze High Heel Pump ohne Plateau

Ein Beispiel: Ein High Heel Pump mit 15 cm Absatz, ohne Plateau und mit spitzer Schuhspitze. Dies ist mit Abstand (selbst wenn er gut verarbeitet ist) das unbequemste High Heel Modell, das man tragen kann (ok, die sogenannten "Ballet-Heels" sind noch schlimmer, aber die trägt normalerweise niemand im Alltag).

Warum ist der oben beschriebene Pump so unbequem? Der Grund: Die Absatz-Höhe ist mit 15 cm sehr hoch und der Schuh hat außerdem kein Plateau (ein Plateau reduziert die tatsächliche Höhe des Schuhes). Dadurch wird jetzt maximal viel Gewicht auf den Vorderfuß verlagert. Die Form des Schuhes macht es jetzt auch noch schlimmer: Der Fuß wird nur durch die Spitze des Schuhes gestützt und diese Spitze ist auch noch spitz gestaltet. Dies bedeutet, dass maximal viel Druck direkt auf die Zehenspitzen ausgeübt wird, die durch die spitze Form auch noch zusammengedrückt werden - kein Wunder, dass schon diese Vorstellung einem Orthopäden den Angstschweiß auf die Stirn treibt...

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will jetzt nicht (wie schon in diversen Artikeln in den Medien geschehen) High Heels schlecht machen und sie einseitig als pure Gesundheitsgefahr darstellen (schließlich dreht sich diese ganze Seite um High Heels), aber man sollte die oben beschriebenen Dinge im Hinterkopf haben und zwar sowohl beim Kauf wie auch beim Tragen von High Heels, um dauerhafte Schäden der Füße zu vermeiden. Meine Empfehlung wäre also z.B. einen 15 cm Pump vielleicht nicht den ganzen Tag zu tragen oder bei Anlässen, bei denen man übermäßig lange stehen oder laufen muss. Gut tragbar wäre er z.B. bei einem Theaterbesuch.

Offene High Heels sind bequemer

Jetzt ein Positiv-Beispiel: Eine High-Heel-Sandalette mit 14 cm Absatz, 2 cm Plateau und breiten, gepolsterten Riehmen. Dieser Schuh ist deutlich bequemer und deutlich weniger belastend für die Füße. Der Grund: Das Plateau reduziert die tatsächliche Absatzhöhe schonmal auf 12 cm und reduziert damit den Druck, der auf dem Vorderfuß lastet. Außerdem stützen die breiten Riehmen den Fuß sehr gut (breite Riehmen = große Fläche, die den Fuß stützt) und durch die offene Form des Schuhes (Sandale) werden auch die Zehen deutlich weniger belastet. Das Plateau sichert außerdem einen stabilen Stand und führt dazu, dass man sich weniger anstrengen muss das Gleichgewicht zu halten. Ein solcher Schuh ist bereits aufgrund seines Aufbaus und Designs deutlich bequemer und lässt sich von daher auch problemlos längere Zeit tragen.

Bequeme Aspekte V.S. unbequeme Aspekte: Wie bequem ist ein bestimmtes High Heel Modell?

Folgende Listen können schon vor Kauf neuer High Heels Hinweise darauf geben, wie bequem (oder unbequem) ein bestimmtes Modell wahrscheinlich sein wird. Praktisch: Diese Listen können i.d.R. auch bei Onlineshopping benutzt werden, da sich die meisten Dinge bereits über Bilder und Produktbeschreibung eines High Heels prüfen lassen.

Folgende Dinge machen einen High Heel eher unbequem:

Folgende Dinge machen einen High Heel eher bequem:

Auf eine ausgewogene Kombination aus bequemen - und unbequemen Aspekten achten!

Bestimmte der oben genannten Aspekte lassen sich natürlich aus Prinzip schlecht vermeiden: Ein High Heel heißt ja gerade so, weil er einen hohen Absatz hat! Aber man sollte dann darauf achten, dass dies wenigstens durch ein paar andere bequeme Aspekte wenigstens teilweise ausgeglichen wird z.B. durch eine gute Polsterung der Sohle oder eine runde Spitze.

Andererseits kann sogar eine Sandale eher unbequem sein z.B. wenn der Fuß nur durch einen einzigen dünnen Riehmen gestützt wird. Dadurch wird sich dann der gesamten Druck durch diesen dünnen Riehmen auf die entsprechende Stelle am Fuß auswirken und das wird auf Dauer dann unangenehm drücken...

Man sollte also beim Kauf möglichst auf einen guten Kompromiss zwischen bequemen und unbequemen Aspekten achten.

Tipps für dem Umgang mit eher unbequemen High Heels

Wie schon oben mehrfach geschrieben sind bestimmte High Heels schon aufgrund ihres Designs unbequemer als andere. Dies heißt nicht unbedingt, dass man ganz auf diese Modelle verzichten muss. Man sollte sie jedoch weniger lange tragen und seinen Füßen ausreichend Zeit zur Erholung geben. Im Folgenden ein paar Tipps, wie man mit eher unbequemen High Heels umgehen sollte:

Tipps, um Pumps bequemer zu machen

Pumps sind (wie schon oben beschrieben) schon vom Design her eher unbequeme High Heels. Hier ein paar Tipps, um das Tragen von Pumps bequemer zu machen:

Wichtig: Trotz dieser Tipps belastet das Tragen von Pumps die Zehen deutlich. Von daher sollte man unbedingt auf ausreichende Ruhephasen achten.

Lange, gleichbleibende Belastungen vermeiden

Generell sollte man längere, gleichbleibende Belastungen vermeidungen. Hier dazu weitere Tipps:

Im Zweifelsfall bitte von einem Arzt / Orthopäden beraten lassen

Ich kann keine genaue Antworten geben auf die Frage, wie lange man welchen High Heel tragen kann ohne dabei gesundheitliche Beeinträchtigungen der Füße zu riskieren. Bitte fragen Sie im Zweifelsfall einen Arzt bzw. Orthopäden.

Schuh-Empfehlungen